Das “Lighthouse Parenting Programme (LPP)“ ist eine manualisierte Adaption von MBT, die darauf abzielt, elterliche Sensibilität und Selbstvertrauen zu verbessern, Stress zu reduzieren und das Risiko von Kindesmisshandlung zu verringern, indem sie sowohl auf elterliche Schwierigkeiten im Mentalisieren als auch auf unpassendes Mentalisieren eingeht.
Es fördert die einfühlsame Fürsorge der Eltern und ist darauf ausgerichtet, die Fähigkeit der Eltern zur Neugier auf die innere Welt ihres Kindes zu verbessern, den Eltern zu helfen, ihre Kinder klarer zu “sehen” (zu verstehen), den Eltern zu helfen, Missverständnisse in der Beziehung zu ihrem Kind zu verstehen (einschließlich Missverständnissen, die aus ungelösten Schwierigkeiten in der eigenen Bindungsgeschichte der Eltern resultieren) und die Eltern in die Lage zu versetzen, ungewollte Reaktionen in Momenten des Missverständnisses zu verhindern und die Beziehung zu verbessern, wenn sie gefährdet ist.
Dieses mentalisierungsbasierte Programm ist darauf ausgerichtet, Eltern beim Wahrnehmen der Gefühle und dem Benennen der mentalen Zustände ihrer Kinder zu unterstützen und über diesem Weg Eltern und damit auch den Kindern dabei hilft, Worte für ihre Gefühle zu finden. Außerdem bietet der mentalisierende Ansatz, Eltern die Chance mit ihren Kindern in einen Dialog zu treten, der von Offenheit und Neugierde geprägt ist und so natürlich auch für die Kinder einen Sprachanreiz bietet, indem sie eigene Gefühle zu erkennen, wahrzunehmen und zu benennen. Dieser bindungsbasierte Ansatz hilft den Eltern mit Hilfe der Methapern einer Seereise feste Zuschreibungen zu vermeiden und im Dialog und Austausch in einen Prozess des „Verstehen – Wollens“ einzutreten.
Die Fortbildung vermittelt die Grundlagen des Lighthouse Parenting Programme praxisnah und erfahrungsorientiert. Neben fachlichem Input stehen Übungen, Rollenspiele, klinische Videobeispiele, reale Spiele und Reflexionsgruppen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhalten zudem Einblicke in die Arbeit mit Eltern- und Multifamiliengruppen.
Inhalte der Fortbildung
- Grundlagen des Mentalisierens in der Elternarbeit
- Mentalisieren unter Stress
- Bindung, Affektregulation und Beziehungsgestaltung
- Arbeit mit den Lighthouse-Metaphern
- mentalisierungsfördernde Gesprächsführung mit Eltern
- Rollenspiele, reale Spiele und klinische Videobeispiele
- Einführung in die Lighthouse-Multifamilienarbeit
Aufbau
Die Weiterbildung umfasst 5 Tage.
Die Tage 1–3 fokussieren die Arbeit mit Elterngruppen, die Tage 4–5 die Lighthouse-Multifamilienarbeit.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern, die mit Eltern und Familien arbeiten.
Referenten
Gerry Byrne ist psychoanalytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, MBT-Praktiker und Begründer des Lighthouse Parenting Programme. Seit über 30 Jahren arbeitet er mit Familien in hochbelasteten psychosozialen Situationen und lehrt mentalisierungsbasierte Eltern- und Familienarbeit unter anderem am Anna Freud Centre. Darüber hinaus war er Leiter der Attachment and Perinatal Services eines NHS-Trusts und ist Gründer sowie Direktor von SOLAS OXFORD, einer gemeinnützigen Organisation zur Fortbildung und Supervision von Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen.
Dr. Emma Morris, DClinPsy (Doctor of Clinical Psychology) ist klinische Psychologin (HCPC, BPS) mit über 25 Jahren Erfahrung im National Health Service und am Anna Freud Centre in London. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Trauma, Emotionsregulation sowie Eltern- und Familienkonflikte. Sie arbeitet integrativ u. a. mit mentalisierungsbasierter Therapie (MBT), systemischer Familien- und Multifamilientherapie, CBT, ACT und EMDR. Als erfahrene Dozentin, Supervisorin und Gründerin von The Multi-Family Project vermittelt sie praxisnahe, evidenzbasierte Methoden für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.
Neuerscheinung: Systemische Multifamilientherapie (2026).

